Migräne: welche Rolle die obere Halswirbelsäule spielen kann
Wie ein oft übersehener anatomischer Zusammenhang zwischen HWS und Kiefer chronische Migräne beeinflussen kann.

Migräne gilt als komplexes neurologisches Krankheitsbild. Studien und Fachliteratur — u. a. der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und der AWMF-Leitlinie 030/057 — beschreiben zunehmend muskuloskelettale Trigger im Bereich der oberen Halswirbelsäule und des Kiefergelenks als möglichen Kofaktor bei chronischer Migräne.
Wir verstehen manuelle Therapie und osteopathische Behandlung in diesem Zusammenhang als ergänzenden Baustein einer multimodalen Migränetherapie — nicht als Ersatz für die ärztliche Behandlung. In unserer Praxis berichten Patient:innen individuell unterschiedlich: einige erleben eine Verbesserung von Migräne-Frequenz oder -Intensität, bei anderen ist die Reaktion weniger ausgeprägt. Ein Behandlungserfolg lässt sich medizinisch nicht garantieren.
Der anatomische Hintergrund: über die obere Halswirbelsäule verlaufen sensible Bahnen, die im Trigeminuskern konvergieren – dem zentralen Umschaltpunkt für Kopfschmerz und Migräne. Restriktionen in diesem Bereich können nach aktuellem Verständnis eine Rolle bei der Modulation von Trigger-Reizen spielen; die genaue Wirkweise ist Gegenstand laufender Forschung.
