Was Osteopathie bei uns bedeutet
Osteopathie ist in Deutschland kein geschützter Beruf – deshalb ist es entscheidend, wer Sie behandelt. In unserer Praxis in Neumarkt arbeiten ausschließlich Osteopath:innen mit einer mehrjährigen berufsbegleitenden Ausbildung (mindestens 1.350 Stunden nach BAO/VOD-Standard) und einer staatlichen Heilpraktiker-Zulassung. Diese Kombination ist die rechtliche Grundlage dafür, dass wir eigenständig diagnostizieren und behandeln dürfen – ohne ärztliche Verordnung. Für Sie bedeutet das: Sie kommen mit einem konkreten Anliegen, wir untersuchen, entscheiden gemeinsam und behandeln direkt.
Für uns bedeutet Osteopathie: strukturiertes, evidenzbasiertes manuelles Arbeiten am gesamten Körper. Wir nutzen alle drei klassischen Bereiche – parietal (Bewegungsapparat), viszeral (innere Organe und ihre Aufhängung) sowie craniosacral (Schädel, Wirbelsäule, Nervensystem). Wir sehen den Menschen nicht als Sammlung von Symptomen, sondern folgen der Ursache dorthin, wo sie tatsächlich liegt. Häufig ist das nicht der Ort, wo es wehtut – ein Kopfschmerz kann seinen Ursprung im Beckenboden haben, eine Schulterblockade in einer alten Sprunggelenksverletzung.
Für wen Osteopathie besonders geeignet ist
Unsere häufigsten Anlässe sind Rückenschmerzen ohne klare Bildgebung, Kopfschmerzen und Migräne, Kiefergelenksbeschwerden (CMD), funktioneller Schwindel, Schulter-Nacken-Syndrome, Verdauungsprobleme mit muskulärer Komponente sowie orthopädische Nachbehandlung nach Operationen oder Unfällen. Auch Kinder, Schwangere und Leistungssportler:innen behandeln wir regelmäßig – jeweils mit angepassten Techniken. Bei Schwangeren arbeiten wir besonders sanft mit dem Fokus auf Beckenausrichtung und Rückenentlastung; bei Sportler:innen kombinieren wir osteopathische Diagnostik mit gezielten Belastungstests, damit die Rückkehr in Training oder Wettkampf zeitlich planbar bleibt.
Wenn Sie unsicher sind, ob Osteopathie für Ihr Anliegen richtig ist, klären wir das im Erstgespräch. Bei rein strukturellen Schäden (frische Frakturen, akute Bandscheibenvorfälle mit neurologischen Ausfällen, Tumorverdacht) verweisen wir konsequent an Fachärzt:innen – Ehrlichkeit ist Teil unseres Selbstverständnisses. Wir wollen Ihnen weder unnötige Termine verkaufen noch Zeit verlieren, wenn Sie schnellstmöglich in fachärztliche Behandlung gehören.
Ablauf einer Sitzung
Eine Sitzung dauert bei uns mindestens 50 Minuten – nicht 30 wie in vielen anderen Praxen. Der Grund ist einfach: eine osteopathische Untersuchung ohne Zeitdruck ist die Voraussetzung dafür, dass Behandlung überhaupt sinnvoll wird. Wir beginnen mit einer ausführlichen Anamnese, gefolgt von einer manuellen Ganzkörperuntersuchung. Erst dann entscheiden wir, welche Techniken indiziert sind. Wenn Sie mögen, dürfen Angehörige beim Erstgespräch dabei sein – gerade bei Kindern, Schmerzpatient:innen oder älteren Menschen ist das oft hilfreich.
Wir arbeiten sanft, aber präzise. Manipulationstechniken (das klassische „Knacken“) setzen wir nur ein, wenn sie klar indiziert sind – nie routinemäßig, nie ohne Zustimmung. Nach der Behandlung besprechen wir konkrete Empfehlungen für zu Hause – kurze Übungen, ergonomische Anpassungen, Trinkmenge, Schlafhaltung – und legen fest, ob und wann eine Folgesitzung sinnvoll ist. Standard sind 2–4 Termine im Abstand von 2–3 Wochen; danach entscheiden wir gemeinsam über den weiteren Verlauf. Sollte Ihr Anliegen nach zwei Sitzungen keinerlei Veränderung zeigen, sagen wir das offen und suchen mit Ihnen einen anderen Weg.
Sympathikustherapie nach Dr. Heesch
Eine unserer Spezialisierungen ist die Sympathikustherapie nach Dr. Heesch – eine subtile manuelle Behandlung am Halssympathikus, die bei Schwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus und funktionellen Beschwerden helfen kann, wenn andere Zugänge nicht greifen. Diese Technik erfordert Erfahrung und wird in Deutschland nur von wenigen Praxen angeboten. Unsere Osteopath:innen sind darin ausgebildet und wenden sie seit Jahren erfolgreich an. Sie ist besonders wertvoll bei Patient:innen, die schon zahlreiche fachärztliche Abklärungen ohne klare Diagnose durchlaufen haben – dort, wo der Körper vegetativ überreizt ist und klassische Methoden nicht mehr greifen.
Kassenerstattung & Selbstzahler
Die meisten gesetzlichen Krankenkassen erstatten osteopathische Behandlungen anteilig (in der Regel 60–150 € pro Sitzung, oft 3–6 Termine pro Jahr). Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten je nach Tarif häufig vollständig. Sie müssen bei uns nicht in Vorleistung gehen für die Erstattungsformulare: Wir stellen eine ordnungsgemäße Rechnung nach GebüH, die Sie bei Ihrer Kasse einreichen. Bei Fragen zur Erstattung helfen wir Ihnen im Vorfeld weiter – so gibt es keine Überraschungen. Auf unserer Homepage finden Sie zusätzlich eine aktuelle Übersicht der Kassen, die osteopathische Leistungen erstatten.
Falls Ihre Kasse die Kosten nicht übernimmt, können Sie die Behandlung als Selbstzahler:in wahrnehmen. Eine Sitzung à 50 Minuten kostet ca. 106 €. Für regelmäßige osteopathische Betreuung empfehlen wir unser Aktiv-Programm (119 €/Monat) mit 4 Terminen pro Jahr inklusive – das rechnet sich schon bei zwei Sitzungen und beinhaltet zusätzlich KGG-Training und Lymphdrainagen. Wer die Osteopathie als reine Präventivmaßnahme nutzt, buchte in der Praxis erfahrungsgemäß 2–3 Sitzungen pro Jahr; für chronische Themen sind 4–6 Sitzungen realistisch.

