Sarkopenie: Muskelabbau im Alter verstehen, erkennen und behandeln
Fällt Ihnen das Treppensteigen schwerer als früher, oder brauchen Sie beim Aufstehen vom Stuhl mehr Kraft als gewohnt? Das können frühe Zeichen eines altersbedingten Muskelabbaus sein – in der Fachsprache Sarkopenie genannt. Ab dem 40. Lebensjahr verliert der Mensch ohne gezieltes Gegensteuern jährlich bis zu ein Prozent seiner Muskelmasse, ab dem 50. Lebensjahr kann sich dieser Prozess auf bis zu drei Prozent pro Jahr beschleunigen. Die gute Nachricht: Durch gezieltes Training und eine angepasste Ernährung lässt sich dieser Prozess nachweislich verlangsamen.
Was ist Sarkopenie genau?
Wie entsteht Muskelabbau im Alter?
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Häufige Fragen
Ab wann spricht man von Sarkopenie und wie wird sie festgestellt?⌄
Sarkopenie wird nach dem EWGSOP2-Konsensus diagnostiziert, wenn die Muskelkraft – gemessen z. B. per Handgriffstärke – unter definierten Schwellenwerten liegt und zusätzlich eine reduzierte Muskelmasse nachweisbar ist. Die Abklärung erfolgt beim Arzt oder im geriatrischen Assessment.
Kann man Muskeln im Alter überhaupt noch aufbauen?⌄
Ja. Studien zeigen, dass auch Menschen über 70 oder 80 Jahre durch gezieltes Krafttraining Muskelmasse und -kraft steigern können. Das Ausmaß des Aufbaus ist geringer als in jungen Jahren, der funktionelle Nutzen ist jedoch gut belegt.
Wie viel Protein sollte ich als älterer Mensch täglich essen?⌄
Fachgesellschaften empfehlen für ältere Erwachsene mindestens 1,0 bis 1,2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Bei Sarkopenie kann der Bedarf höher liegen – die genaue Menge sollte individuell mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
Ist Sarkopenie dasselbe wie Osteoporose?⌄
Nein. Osteoporose betrifft die Knochendichte, Sarkopenie die Muskelmasse und -funktion. Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten – dann als Osteosarkopenie bezeichnet – und erhöhen gemeinsam das Sturzrisiko.
Hilft Training auch bei Sturzangst?⌄
Kraft- und Gleichgewichtstraining kann laut Studienlage das Sturzrisiko reduzieren und das Sicherheitsgefühl beim Gehen verbessern. Sturzangst sollte zusätzlich therapeutisch thematisiert werden, da sie selbst zu Bewegungsvermeidung und weiterem Muskelabbau beitragen kann.
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